Der Bezirk Waidhofen/Thaya in alten Ansichten
Eine Ausstellung aus den Sammlungen der NÖ Landesbibliothek : 9. September bis 16. Oktober 2015 im Ausstellungsraum der NÖ Landesbibliothek St. Pölten, Kulturbezirk 3
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Der Bezirk Waidhofen/Thaya in alten Ansichten
Eine Ausstellung aus den Sammlungen der NÖ Landesbibliothek : 9. September bis 16. Oktober 2015 im Ausstellungsraum der NÖ Landesbibliothek St. Pölten, Kulturbezirk 3
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Die Präsentation zerfällt in zwei Teile. Deren erster stellt, wie gewohnt, die Gemeinden des Bezirkes im Bild vor; dies geschieht einmal mehr in Form einer “Bilderreise”, welche zwanglos von der Wild bis Waidhofen, von der Bezirksstadt nach Norden und schließlich die Thaya abwärts bis Raabs führt. Der zweite Teil stellt einen Vergleich dreier Bildüberlieferungen an, welcher die Städte Waidhofen, Eggenburg und Horn umfasst. Der Städtevergleich soll dazu dienen, das reiche bildliche Erbe jener geschichtsträchtigen Orte vom späten 17. bis zum frühen 20. Jahrhundert adäquat würdigen zu können.
Die bildliche Überlieferung des Bezirkes Waidhofen an der Thaya wurzelt, wenig überraschend, im Barock. Georg Matthäus Vischer hat in seiner 1672 erschienenen Niederösterreich-Topographie nicht nur zahlreiche Siedlungen und Adelssitze verewigt, sondern den meisten von ihm dargestellten Örtlichkeiten ihren ersten Bildzeugen überhaupt beschert. Einem grundherrlichen Verwaltungsbehelf entstammt auch das gegen 1700 geschaffene Fratres-Aquarell des Hans Paul Faistenberger – ein besonders kostbares Blatt, nicht nur seiner physischen Beschaffenheit wegen!
Mit Vischers Arbeiten können sehr gut die Zeichnungen des Schlesiers Friedrich Bernhard Werner verglichen werden, der während seiner in den 1710er Jahren veranstalteten Tour durch Mitteleuropa auch im niederösterreichischen Waldviertel fleißig zeichnete. Viktor Krch muss zwar als vergleichsweise bescheidene künstlerische Kraft gelten; ihm verdanken wir jedoch eines der wenigen signierten Votivbilder des 18. Jahrhunderts, welches aus Anlass einer Brandkatastrophe entstanden ist.
Eine neue Epoche wird durch die prachtvollen Radierungen des Anton Köpp von Felsenthal eingeleitet, die 1814 bzw. 1824 das von seinem Bruder Christoph verfasste Werk “Historisch mahlerische Darstellungen von Oesterreich” illustrierten. In unserer Auswahl zeugen die Burgen Kollmitz und Karlstein von der hohen Qualität der Köpp´schen Schöpfungen. Zudem wird in diesen Blättern besonders augenfällig, wie Architektur und Natur zumindest aus der Sicht eines Künstlers miteinander harmonieren können. Ein echter Protagonist des Biedermeier war Jakob Gauermann (1773-1843), dessen Dobersberg-Aquarell die Landschaftsseligkeit jener Zeit sehr gut zum Ausdruck bringt. Die zweite Hälfte jenes an Innovationen so reichen 19. Jahrhunderts wird von der noch jungen Fotografie mit bestimmt. Vieles für das Waldviertel leistete der in Wien ansässige Amand Helm; einige seiner besten Bilder aus der Region hält die während der 1870er Jahre entstandene Lichtbildfolge “Das Thayathal” bereit. Um 1900 begann die gewaltige Produktion von Ansichtskarten auf fotografischer Grundlage. So öffnen sich bemerkenswerte “Fenster” in die Vergangenheit anhand von Fotopostkarten der 1920er und 1930er Jahre: Die Herren Franz Mörtl und Friedrich Grifkowski dominieren das einschlägige Schaffen der ersten Jahrhunderthälfte zu nicht geringen Teilen.
In höhere künstlerische Sphären drangen mit Waidhofen innig verbundene Persönlichkeiten wie Karl Hoefner (1886-1954) und Anna Scherb-Brabbée (1887-1964) vor. Ihre hochwertigen Schöpfungen sind hier mit einer Hoefner-Ansicht von Rafingsberg und zwei Originalen von Anna Scherb vertreten: Sie widmen sich der Pfarrkirche von Thaya bzw. der Burg Raabs. Über 300 Jahre nach dem barocken Altmeister Vischer erarbeitete Ferdinand Dorner (1925-93) seine “Topographia romantica”. Diese zahlreiche Aquarelle und Zeichnungen niederösterreichischer Wehrbauten umfassende Bildfolge bildet einen der wertvollsten Schätze der NÖ Landesbibliothek. Ihr entstammen etliche für diese Schau ausgewählte Blätter, welche prominente Bauten wie Karlstein, Kollmitz und Raabs, aber auch weniger bekannte wie die Gaberkirche bei Luden zeigen. Die Forschungslage zur Region kann als recht gut bezeichnet werden. Die Beschäftigung mit regionaler Architekturgeschichte floriert seit dem im frühen 20. Jahrhundert erschienenen Waidhofen-Band der “Österreichischen Kunsttopographie”. Neuere Höhepunkte bilden zweifellos Spezialuntersuchungen zu einzelnen Baudenkmälern wie Schloss Drösiedl oder planmäßig vorgenommene Kampagnen zur Erforschung von Stadtmauern, von welchen neben Drosendorf und Horn auch Waidhofen profitieren konnte. Ferner haben mit archäologischen Methoden unternommene Forschungen zu heimischen Burgen unsere Kenntnisse der Baugeschichte einzelner Adelssitze beträchtlich erweitert.
Remark (deu)
Literaturverzeichnis: Seite 58-62
Laufzeit der Ausstellung: 9. September bis 16. Oktober 2015
Keywords (deu)
FotografieKupferstichStahlstichPostkarteLichtbildAquarellZeichnungDruckgrafikGeorg Matthäus VischerThayaMonumentalgebäude
Subject
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Subject (deu)
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Subject (deu)
Subject (eng)
ÖFOS 2012 -- 601007 -- Historical regional studies
Subject (eng)
ÖFOS 2012 -- 601016 -- Austrian history
Subject (eng)
ÖFOS 2012 -- 601020 -- Regional history
Subject (eng)
ÖFOS 2012 -- 604019 -- Art history
Type (eng)
Language
[deu]
Persistent identifier
Number of pages
63 Seiten
Publication
NÖ Landesbibliothek , St. Pölten , 2015
Temporal coverage
1672-1975
License
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Persistent identifier
https://direno.noe.gv.at/o:323 - Content
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