Der Bezirk Tulln in alten Ansichten
Eine Ausstellung aus den Sammlungen der NÖ Landesbibliothek 22. April bis 19. Juni 2015 im Ausstellungraum der NÖ Landesbibliothek St. Pölten, Kulturbezirk 3
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Der Bezirk Tulln in alten Ansichten
Eine Ausstellung aus den Sammlungen der NÖ Landesbibliothek 22. April bis 19. Juni 2015 im Ausstellungraum der NÖ Landesbibliothek St. Pölten, Kulturbezirk 3
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Der Bezirk Tulln umfasst über 658 Quadratkilometer und besitzt über 72.000 Einwohner; die namensgebende Bezirkshauptstadt Tulln an der Donau, mit über 15.000 Einwohnern im Zentrum des Tullner Beckens unweit östlich der Mündung der Großen Tulln und vorwiegend südlich der Donau gelegen, ist eine der ältesten Städte Österreichs. Zeugen der Vergangenheit sind die römischen Kastelle am Donaulimes: Barbaricum (Fels am Wagram), Asturis (Zwentendorf), Comagena (Tulln an der Donau) und Cannabiaca (Zeiselmauer). In diesem Raum waren unter anderen die Heiligen Florian von Lorch und Severin von Noricum, aber auch Markgraf Leopold III. „der Heilige“ tätig; letzterer hat das Zentrum seines Wirkens allerdings in den Osten nach Klosterneuburg verlegt.
Während man traditionell den Bezirk Tulln nördlich der Donau (Region Wagram) zum Weinviertel (Viertel unter dem Manhartsberg) und südlich der Donau (Region Tullnerfeld West) zum Mostviertel (Viertel ober dem Wienerwald) rechnet, umgeht man diese Zersplitterung, die allerdings auch auf andere Bezirke beiderseits der Donau wie Melk, Krems und Wien-Umgebung zutrifft, heute durch die Zuordnung des Bezirkes zur Hauptregion Niederösterreich-Mitte. Der Bezirk wird also zunächst bestimmt durch die Donau, die den Bezirk von Westen nach Osten quert. Im Unterschied zu den vorhergehenden niederösterreichischen Donauabschnitten – Strudengau, Nibelungengau, Wachau – weitet sich die Landschaft ab Krems an der Donau zur Schotterfläche des sogenannten Tullner Beckens, dessen südlicher Teil Tullnerfeld heißt (häufig auch synonym zum Tullner Becken verwendet) und bis zur Wiener Pforte reicht. Gegen das Weinviertler Hügelland im Norden wird diese Ebene durch den Wagram, einen 10 bis 30 Meter hohen Steilabfall, begrenzt. Es handelt sich um ein Altufer der Stromebene, das Spuren eines vorzeitlichen Meeres aufweist. Über dem Sockel dieses Höhenzuges, der sich auch als Begrenzung des Marchfeldes weiter nach Osten fortsetzt und eine weniger deutlich ausgeprägte Entsprechung südlich der Donau gegen das Niederösterreichische Alpenvorland besitzt, liegt eine Schicht eiszeitlicher Donauschotter, gefolgt von einer Lehm- und Lössdecke. Diese fruchtbare Lössdecke ermöglicht das Weinbaugebiet Wagram. Die Bezeichnung Wagram findet sich in vielen Ortsnamen: im Norden Wagram am Wagram (Gemeinde Grafenwörth), Seebarn am Wagram (Gemeinde Grafenwörth), Fels am Wagram, Gösing am Wagram (Gemeinde Fels am Wagram), Kirchberg am Wagram, Königsbrunn am Wagram, Baumgarten am Wagram (Gemeinde Großweikersdorf), bereits außerhalb des Bezirkes Tulln Stetteldorf am Wagram, im Osten Deutsch-Wagram und Wagram an der Donau (Gemeinde Eckartsau), im Süden Ober- bzw. Unterwagram (Gemeinde Sankt Pölten) und Wagram ob der Traisen (Gemeinde Traismauer).
An Zubringern der Donau sind im Norden die Krems und der Kamp nebst dem Mühlkamp, die infolge der Errichtung des Donaukraftwerkes Altenwörth nun alle bei Altenwörth (Gemeinde Kirchberg am Wagram) in die Donau münden, sowie die Schmida zu nennen; im Süden die Traisen (ebenfalls mit neuer Mündung infolge dieses Kraftwerkbaues), die Perschling, die Große Tulln und früher auch die Kleine Tulln, die nach Bau des Donaukraftwerkes Greifenstein nun bei Judenau (Gemeinde Judenau-Baumgarten) in die Große Tulln mündet. Donau-Übergänge bilden die Rosenbrücke und die alte Tullner Donaubrücke. Bedeutende Verkehrswege sind die Stockerauer Schnellstraße S5 Knoten Stockerau – Knoten Jettsdorf – Krems an der Donau, die Tullner Straße B19 Sankt Christophen/Altlengbach – Tulln an der Donau – Göllersdorf, die Franz-Josefs-Bahn Wien – Gmünd mit den Nebenstrecken Absdorf-Hippersdorf – Krems an der Donau sowie Absdorf-Hippersdorf – Stockerau, die Tullnerfeldbahn Tulln an der Donau – Sankt Pölten und die Neue Westbahn Wien – Sankt Pölten mit dem Bahnhof Tullnerfeld zwischen Judenau (Gemeinde Judenau-Baumgarten), Langenrohr und Pixendorf (Gemeinde Michelhausen).
Von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind das Kraftwerk Dürnrohr und die Müllverbrennung Dürnrohr, wie auch das nie in Betrieb genommene Kernkraftwerk Zwentendorf im Gemeindegebiet von Zwentendorf an der Donau gelegen, die beiden österreichweit leistungsstärksten Donaukraftwerke Altenwörth und Greifenstein, aber auch die Zuckerfabrik Tulln. Tulln an der Donau ist auch Schauplatz der Internationalen Gartenbaumesse Tulln und der Garten Tulln, Standort des Fliegerhorstes Brumowski in Langenlebarn und Sitz von Landesfeuerwehrkommando (nebst NÖ Landesfeuerwehrschule), Landesverband des Roten Kreuzes und der Abteilung Katastrophenschutz der Landesregierung. Auf kulturellem Gebiet seien das Egon-Schiele-Museum in Egon Schieles Geburtsort Tulln an der Donau, das Schloss Atzenbrugg, das sich Leben und Werk des Komponisten Franz Schubert verschrieben hat und auch die Volkskultur Niederösterreich beherbergt, deren NÖ Volksliedarchiv in der Niederösterreichischen Landesbibliothek untergebracht ist, und das dem Komponisten Ignaz Joseph Pleyel gewidmete Pleyel-Museum in Ruppersthal (Gemeinde Großweikersdorf) erwähnt.
Remark (deu)
Literaturverzeichnis: Seite 48-51
Laufzeit der Ausstellung: 22. April bis 19. Juni 2015
Keywords (deu)
FotografieKupferstichStahlstichPostkarteLichtbildAquarellZeichnungDruckgrafikWagram
Subject
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Subject (deu)
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Subject (eng)
ÖFOS 2012 -- 601007 -- Historical regional studies
Subject (eng)
ÖFOS 2012 -- 601016 -- Austrian history
Subject (eng)
ÖFOS 2012 -- 601020 -- Regional history
Subject (eng)
ÖFOS 2012 -- 604019 -- Art history
Type (eng)
Language
[deu]
Persistent identifier
Number of pages
82 Seiten, 8 ungezählte Seiten
Publication
NÖ Landesbibliothek , St. Pölten , 2015
Temporal coverage
1672-1977
License
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