Archiducatus Austriæ Inferioris Geographica et Noviter Emendata Accuratissima Descriptio

Title (deu)
Niederösterreichkarte von Georg Matthäus Vischer 1670/1697
Parallel title (eng)
Archiducatus Austriæ Inferioris Geographica et Noviter Emendata Accuratissima Descriptio
Other
Georg Matthäus Vischer
Artist
Melchior Küsel
Artist
Johann Jakob Hofmann
Artist
Johannes Hermundt
Description (deu)
Das Werk ist online einsehbar, daraus lassen sich jedoch keine Nutzungsrechte ableiten. Eine Publikations- und/oder Verwertungserlaubnis für Abbildungen von Beständen der NÖ Landesbibliothek kann unter folgendem Link eingeholt werden: noe.gv.at/noe/Landesbibliothek/Formular_Digitalisierungsauftrag_Publkations-Verwertungserla.pdf
Description (deu)
Der Tiroler Geistliche, Topograph und Kartograph Georg Matthäus Vischer (1628–1696) hatte sich durch seine kartographische Vortätigkeit bei den oberösterreichischen Ständen, für die er 1669 das aus 12 Blättern bestehende Kartenwerk Archiducatus Austriæ superioris geographica descriptio fertigstellte, beim Wiener Hof und den niederösterreichischen Ständen einen Namen gemacht. Durch die Protektion und Empfehlungen Graf Starhembergs erhielt Vischer, der seine kartographischen Kenntnisse wohl während des Dreißigjährigen Krieges erworben hatte, am 12. April 1669 den Auftrag der niederösterreichischen Stände, eine gerechte und verläßliche Mappa oder Landtafel des Erzherzogtums Österreich unter der Enns anzufertigen. In Windeseile, bereits nach acht Monaten, konnte Vischer das repräsentative und großangelegte Kartenwerk Archiducatus Austriæ Inferioris Accuratissima Geographica Descriptio [im Maßstab ca. 1:144.000, 118,5 x 174 cm] fertigstellen. Die Große Niederösterreichkarte von Georg Matthäus Vischer wurde vom Augsburger Kupferstecher Melchior Küsell (1626–1683) gestochen und konnte 1670 an die niederösterreichischen Stände übergeben werden, die Vischer dafür ein Honorar von 3.600 Gulden überreichten. Die Karte wird links und rechts von zwei mit Reben und Bordüren verzierten Schlingsäulen flankiert und wird komplett von einem Gradstreifen umrandet. Auf der Karte sind die Verwaltungs- und Landschaftsgrenzen des Erzherzogtums unter der Enns eindeutig zu erkennen, die Hauptstadt Wien wird übergroß proportional dargestellt. Gegenüber älteren Niederösterreichkarten, die inhaltlich allesamt auf die Laziuskarte zurückgingen, konnte die Vischerkarte trotz allen Ungenauigkeiten (beispielsweise sind die beiden nördlichen Viertel von Niederösterreich stark verkleinert dargestellt) mit großen kartographischen Fortschritten auftrumpfen. Für die Geländewiedergabe wurde eine perspektivische Zeichnung herangezogen (die Hügel und Berge werden als „Maulwurfshügel“ wiedergegeben), ein breites Donauband durchzieht die Landschaft des Erzherzogtums und präsentiert sich in der Karte als Lebensader des Landes. Nicht nur der Donauarm, sondern auch die restlichen Flüsse des Gewässersystems werden verhältnismäßig akkurat wiedergegeben. Poststraßen und -stationen, Waldflächen, Weingärten und Ackerflächen werden mittels Signaturen dargestellt. Da Vischers Niederösterreichkarte von 1670 schon bald vergriffen war, brachten die niederösterreichischen Stände ausgehend von den Original-Kupferplatten, die sie seit 1670 (Vischers Ablieferung des Kartenwerks) aufbewahrt hatten, eine leicht adaptierte Ausgabe heraus. Bei der Neuausgabe von 1697, die ein Jahr nach Vischers Tod erschien, wurden die Namen Vischers und Küsells entfernt und durch die in Wien wirkenden Kupferstecher Jakob Hoffmann und Jakob Hermundt ersetzt. Auch das Konterfei und das Wappen Vischers (ursprünglich im rechten unteren Eck) wurden entfernt. In der ursprünglichen Version von 1670 waren links oben Kaiser Leopold I. (1640–1705) und seine erste Gemahlin Margarita Theresia von Spanien (1651–1673) vor der Hofburg zu sehen, in der Ausgabe von 1697 wurde die Gemahlin durch seine mittlerweile dritte Ehefrau Eleonore Magdalena Theresia von Pfalz-Neuburg (1655–1720) ersetzt; auch seine beiden Söhne, die beiden Thronfolger und späteren Kaiser Joseph I. (1678–1711) und Karl VI. (1685–1740), wurden ergänzt. Zusätzlich fügte man der Karte noch ein Suchgitter und ein alphabetisches Ortsregister bei, das unterhalb der Karte positioniert wurde und ein leichteres Auffinden der Ortschaften in der Karte ermöglichen sollte. Einzelne, in der Ausgabe von 1670 fehlende Ortschaften und Siedlungen kamen hinzu.
Keywords (deu)
NiederösterreichLandeskunde17. JahrhundertKartographieniederösterreichische StändeÖsterreich unter der EnnsQuelleLandkarteKarte
Keywords (eng)
Landeskunde17. JahrhundertKartographieniederösterreichische StändeÖsterreich unter der EnnsLower Austriaregional history17thcenturyLower Austrian estatesmapssources
Subject (eng)
ÖFOS 2012 -- 105407 -- Cartography
Subject (eng)
ÖFOS 2012 -- 105406 -- History of geography
Subject (eng)
ÖFOS 2012 -- 601016 -- Austrian history
Subject (eng)
ÖFOS 2012 -- 506011 -- Political history
Subject (eng)
ÖFOS 2012 -- 604019 -- Art history
Subject (eng)
ÖFOS 2012 -- 2013 -- Transportation
Subject (eng)
ÖFOS 2012 -- 605002 -- Cultural history
Persistent identifier
Temporal coverage
1670-1697
Represented object
Remark
Maße der 1. Ausgabe von 1670: 118,5 x 174 cm Maße der 2. Ausgabe von 1697: circa 150 x 180 cm. Die 2. Ausgabe besteht aus insgesamt 20 Blättern zu je 30 x 44 cm
Call number (deu)
AV 227 / 1697
Issue
2. Ausgabe
Provenance (deu)
NÖ Landesbibliothek, Kartensammlung
Physical location (deu)
NÖ Landesbibliothek, Kartensammlung
Material (deu)
Papier
Technique (deu)
Kupferstich
Width
180 cm
Height
150 cm
Scale
circa 1:144 000
Members (16)
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