Der Bezirk Mödling

alte Ansichten und Bücher ; eine Ausstellung aus den Sammlungen der NÖ Landesbibliothek ; 13. Juni bis 31. August 2007 im Ausstellungsraum der NÖ Landesbibliothek, St. Pölten, Kulturbezirk 3

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Der Bezirk Mödling
alte Ansichten und Bücher ; eine Ausstellung aus den Sammlungen der NÖ Landesbibliothek ; 13. Juni bis 31. August 2007 im Ausstellungsraum der NÖ Landesbibliothek, St. Pölten, Kulturbezirk 3
Description (deu)
Südlich der Bundeshauptstadt Wien erstreckt sich der wohl zu den Spitzenreitern des Bundeslandes zählende Verwaltungsbezirk Mödling. Flächenmäßig zwar der kleinste Bezirk in unserem Bundesland, macht Mödling mit seinem österreichischen Spitzensteueraufkommen regelmäßig Schlagzeilen. Die hohe Bevölkerungsdichte ergibt sich aus dem an die Bundeshauptstadt anschließenden, sich an der Thermenlinie nach Süden erstreckenden Gebiet, in dem die durchwegs alten Marktorte von Perchtoldsdorf bis Gumpoldskirchen siedlungsmäßig fast zusammengewachsen sind. Sie sind mit ihren in die Ebene des Wiener Beckens reichenden Industrie- und Gewerbegebieten auch verantwortlich für die hohen wirtschaftlichen Kennzahlen des Bezirkes, wie sie auch mit ihren alten Weinbaugebieten zu einem regen Fremdenverkehr beitragen. Westlich davon finden wir den Anteil am Wienerwaldgebiet, jener durch den einstigen Mödlinger Bürgermeister Josef Schöffel geretteten Naherholungszone der Großstadt, die heute in geregelten Bahnen gerne auch als Wohnraum genutzt wird. Der östliche Anteil des Bezirkes in der Ebene des Wiener Beckens, einst so wie die Wienerwaldgemeinden rein agrarisch genutzt, entwickelt sich immer mehr zur Siedlungs- und Gewerbezone. Der zwischen 1938 und 1954 als 24. Bezirk an Wien angeschlossene Raum ist altes Siedlungsgebiet. Auf den Terrassen des Abfalls des Wienerwaldes und den darunter befindlichen Ebenen ist seit der Jungsteinzeit eine geschlossene Besiedlungskette nachgewiesen; mit Mödling, das 903 in einer Urkunde des Hochstiftes Passau erwähnt wird, verfügt der geschichtsträchtige Raum über eine der ältesten deutschen Siedlungen. Dort residierte auch eine babenbergische Seitenlinie, im 12. Jahrhundert erscheint die Siedlung schon als Pfarre. So wird es nicht verwundern, dass dieser alte Kulturraum, dem zusätzlich eine reizvolle Landschaft gegeben ist, zahlreiche Künstler anlockte. Nicht nur Beethoven lobte die „göttliche Brühl“, auch Schubert, Grillparzer, Raimund und Wagner erlagen dem Zauber der Landschaft, Anton Wildgans nahm Mödling zum Wohnsitz. Zahlreiche Maler, insbesondere nach der „Eroberung der Landschaft“ am Beginn des 19. Jahrhunderts, holten sich ihre Motive aus dem Raum Mödling, zumal ja mit Park und Lustschloss Laxenburg auch ein reizvoller Sujetlieferant zur Verfügung stand. Mit 238 Ansichten versucht die Ausstellung, den Reiz des Raumes zu dokumentieren. Wie für Niederösterreich typisch geht die älteste Ansicht auf Matthäus Merian zurück: Sein Mödling-Blatt wird aber nicht im Original von 1649 gezeigt, sondern in dem um die Weinpressen-Szene angereicherten Nachstich von Janssonius aus dem Jahre 1657. Sechs Kupferstiche von Georg Matthäus Vischer (1672) versuchen gemeinsam mit solchen von Salomon Kleiner und Anton Amon die Verbindung zur Druckgraphik des 19. Jahrhunderts herzustellen. Dieser mit 66 Bildern sehr ausgeprägte Bereich hat mehrere Ursachen. Einerseits erschienen in der sogenannten „Kirchlichen Topographie“ zwei Dekanatsbeschreibungen, die den Bezirk Mödling lückenlos abdecken; von den 37 erschienenen, den heutigen Bezirk betreffenden Lithographien zeigt die Schau 21. Andererseits bot die Umgebung Wiens beliebte und gut verkaufbare Motive für die verschiedenen Grafikenserien, die in den Wiener Kunstverlagen wie Artaria, Mollo, Stöckl oder Trentsensky erschienen. Wenn nur 28 Aquarelle und Bleistiftzeichnungen in unserer Schau zu sehen sind, so schlägt sich darin der traurige Umstand nieder, dass jene Bilder, die nach der Schaffung von Groß-Wien im Jahre 1939 an das Historische Museum der Stadt Wien abgetreten werden mussten, bei der Rückgliederung der Randgemeinden 1954 durch Kriegswirren nicht aufgefunden werden konnten (?). Immerhin bleibt uns der fromme Wunsch, dass die Provenienzforschung im heutigen Wien-Museum Karlsplatz zu einer späten Wiedergutmachung führen wird. Dennoch finden sich unter den Künstlern Namen wie Thomas Ender, Josef Heideloff, Tobias Raulino und Lorenz Janscha. Mit 134 Postkarten und Fotos wird versucht, das alte Erscheinungsbild der Orte des Bezirkes Mödling abzurunden. Mit diesen Ansichten sollen einerseits die seinerzeitige geringe Verbauung dokumentiert, andererseits Details im Ortsbild herausgearbeitet werden, die heute nicht mehr oder nur stark verändert zu sehen sind.
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Literaturangaben
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Ausstellungsdauer: 13. Juni bis 31. August 2007
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Sonder- und Wechselausstellungen der Niederösterreichischen Landesbibliothek Nr. 29
Keywords (deu)
FotografieAquarellMonumentalbautenKleindenkmalKupferstichLithographieRadierungPostkarteDruckgraphikBleistiftzeichnungOrtsbildRuineSchlossAnsichtskarte
Subject
Subject (eng)
ÖFOS 2012 -- 601020 -- Regional history
Subject (eng)
ÖFOS 2012 -- 604006 -- Performing arts
Subject (eng)
ÖFOS 2012 -- 601016 -- Austrian history
Subject (eng)
ÖFOS 2012 -- 604012 -- Photography
Type (eng)
Language
[deu]
Persistent identifier
Number of pages
59 Seiten
Publication
NÖ Landesbibliothek , St. Pölten , 2007
Temporal coverage
1657-1971
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